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Die finnische Oper
- von Pekka Hako

Kunstform für das breite Publikum

Foto: Kari Hakli
Die Seidentrommel

Paavo Heininens Oper "Die Seidentrommel" in der Finnischen Nationaloper 1989.

Die 80er Jahre waren für die finnische Oper eine Zeit des Wachstums und der Konsolidierung. Das thematische Spektrum weitete sich aus, was dazu führte, dass auch die Stilpalette breiter wurde. Als Gegengewicht zu Aulis Sallinens und Joonas Kokkonens volkstümlichen Opern mit ihren betont nationalen Themen, in denen die Hauptpersonen einfache Leute aus dem Volk waren, wurde 1984 die modernistische Oper Die Seidentrommel (Silkkirumpu, 1983) von Paavo Heininen (geb. 1938) uraufgeführt. Die Seidentrommel nimmt ein japanisches Thema als Vorlage und diente der nachfolgenden Komponistengeneration als Vorbild. Heininens zweite Oper unterscheidet sich deutlich von der Seidentrommel. Die vielschichtige Oper Das Messer (Veitsi, 1988) spielt in einer modernen urbanen Gesellschaft.

Charakteristisch für die Musik von Pehr Henrik Nordgren (geb. 1944) ist eine zutiefst melancholische und ergreifende Emotionalität. Der schwarze Mönch (Den svarte munken, 1989) ist eine relativ umfangreiche Kammeroper, deren Libretto der Komponist selber auf Basis einer Kurzgeschichte von Tschechow verfasste. Alex (1983) wiederum ist eine Fernsehoper.

Das finnische Musikleben ist von zwei aus Mitteleuropa zugezogenen Komponisten bereichert worden: dem aus Österreich stammenden Herman Rechberger (geb. 1947) und dem Deutschen Oliver Kohlenberg (geb. 1957). Das umfangreiche Œvre Rechbergers schließt zahlreiche Opern ein. Die Nonnen (1988/1995) wurde für alte Instrumente geschrieben. Die Kirchenoper Laurentius (1991) ist eine der wenigen lateinischsprachigen Opern. Rechberger neigt dazu, teilweise sehr unterschiedliche Stile zu kombinieren, was sich am eindringlichsten in dem Werk ...nunc est semper... (1988) zeigt, einem halbstündigen oratorischen Fresko. Eine Besonderheit in Rechbergers Opernschaffen ist eine moderne Fassung der ältesten vollständig erhaltenen Oper der Welt, Euridice (1600) von Jacopo Peris. Darüber hinaus hat Rechberger drei Opern für Kinder und Jugendliche geschrieben.

Der aus Deutschland stammende Oliver Kohlenberg fand schon in seiner ersten Oper Das Bergwerk zu Falun (1975) die stilistischen und ästhetischen Züge, die seine Opern auszeichnen. Ein Aufenthalt auf Westsamoa inspirierte den Komponisten zu der Oper Sina und die Kokospalme (Sina ja kookospalmu, 1987). Kind von Sipirja (Sipirjan lapsi, 1988) wiederum ist die Synthese seiner bis dahin geschaffenen Musik. In der Oper Magdalena (2000) verwendet Kohlenberg Motive des Mittelalters und des Kalevala.

 

Haupt
Die Anfänge
Die erste Oper in finnischer Sprache
Gründung einer eigenen Oper
Internationales Niveau
Die Nachkriegsjahre
An der Schwelle des Umbruchs
Einojuhani Rautavaara
Einsetzende Opernbegeisterung
Opernbegeisterung weitet sich aus

Kunstform für das breite Publikum
Volkstümliche Opern
Beginn einer neuen Ära
International erfolgreiche Sänger

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