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ARTIKEL Die finnische Oper |
Gründung einer eigenen OperFoto: Matti Tirri Olavinlinna-Burg Das Jahr 1911 war entscheidend in der Geschichte der finnischen Oper: Eine Gruppe bekannter Persönlichkeiten – allen voran die international bekannte Starsopranistin Aino Ackté – gründete die Einheimische Oper. Die Leitung der neuen Oper verstand die Oper als vielsprachige Kunstform und verpflichtete sowohl finnische als auch ausländische Opernschaffende. Die Einheimische Oper wurde 1914 in Finnische Oper umbenannt, und heißt seit 1956 Finnische Nationaloper. 1912 gründete Aino Ackté die Olavinlinna Opernfestspiele (heute Savonlinna Opernfestspiele), bei denen in den ersten drei Jahren ausschließlich finnische Werke aufgeführt wurden. Die letzten von Ackté organisierten Festspiele fanden 1930 statt. Sie wurden erst 1967 wiederbelebt, und die mittelalterliche Burg Olavinlinna etablierte sich neben der Nationaloper als zweite wichtige Opernbühne des Landes. Die Savonlinna Opernfestspiele entwickelten sich schnell zu einem international renommierten Opernfestival. Jährlich besuchen über 50.000 Besucher die Opernfestspiele in Savonlinna, darunter ein bedeutender Teil aus dem Ausland. Als Opernbühne dient der Burghof der im 15. Jahrhundert errichteten Burg – in ihm finden 2000 Zuschauer Platz. Finnland wurde 1917 unabhängig, und 1919 erhielt die Finnische Oper ein eigenes Haus, das Alexander-Theater. In den bescheidenen Räumen des ursprünglichen Sprechtheaters war die Oper bis 1993 untergebracht, als an der Helsinkier Töölö-Bucht das erste echte Opernhaus Finnlands fertiggestellt wurde. Im Jahrzehnt der finnischen Selbständigkeit wurden in der Oper die finnische Sprache, Kultur und eine realistische Volksbeschreibung betont. Die Forderung nach einer Oper mit einem Libretto in finnischer Sprache erfüllte Armas Launis (1884-1959) mit Sieben Brüder (Seitsemän veljestä, 1913). Als Vorlage diente der 1870 erschienene gleichnamige Roman von Aleksis Kivi. Launis konzentrierte sich von Anfang an auf die Arbeit als Opernkomponist. Nach Sieben Brüder interessierte er sich für die Kullervo-Thematik. Die Kullervo-Uraufführung 1917 in der Finnischen Oper war ein Erfolg und das Werk wurde 1929 und 1934 erneut ins Repertoire aufgenommen. Auch in Frankreich wurde die Oper mit großem Erfolg aufgeführt.
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