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ARTIKEL Die finnische Oper |
Einojuhani RautavaaraFoto: Värisuomi/Matti Kolho Einojuhani Rautavaaras Oper "Aleksis Kivi" bei den Savonlinna Opernfestspielen 1997. Im Bild Jorma Hynninen. In den 60er Jahren begann sich die finnische Opernkomposition langsam von den nationalen Wurzeln zu lösen. Die bedeutendste Opernneuheit des Jahrzehnts war das 1963 im Fernsehen aufgeführte dodekaphonische Das Bergwerk (Kaivos, 1963) von Einojuhani Rautavaara, das in seiner Expressivität eng mit der europäischen Operntradition des 20. Jahrhunderts verknüpft war. Das Werk repräsentiert die zehnjährige dodekaphonische Phase Rautavaaras und ist auch eines der prominentesten Werke der dodekaphonischen Periode Finnlands. In den 80er Jahren fand Rautavaara in seinem Stil zu einer Synthese, und gab den Modernismus auf, von dem er sich eingeengt fühlte. Entscheidend für die Veränderung waren Werke, die auf dem Kalevala basierten - das wichtigste war der Dreiakter Thomas (1985). Als Vorarbeit dieser Oper entstand der für einen Männerchor komponierte Gesang 42, (Runo 42) besser als Der Raub des Sampo (Sammon ryöstö) bekannt (1974/1982), sowie eine Kinderchor-Oper, das kalevalistische Mysterium Marjatta, die geringe Jungfrau (Marjatta, matala neiti, 1975). Der Raub des Sampo schildert Finnland unter der Herrschaft der heidnischen Wikinger im 9. Jahrhundert, und die auf dem 50. Gedicht des Kalevala basierende Marjatta ist ein lyrisch-symbolisches Bild der Ankunft des christlichen Glaubens in Finnland, eine Mischung aus finnischer und europäischer Tradition. In Thomas ist der kulturelle Umbruch schon geschehen, da die Kaleva-Kultur sich mit der westlichen Kultur verschmolzen hat.
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